Die Geschichte

Die Geschichte der Grube „Piast” begann im Jahre 1906. Die Zementfabrik „Miasto” baute zuerst den südlichen Teil der Lagerstätte ab und erweiterte die Grube schrittweise in Richtung der 1. Mai-Straβe. Nach dem Krieg nannte man sie „Die Zementfabrik Piast”. Im Jahre 1978 wurden alle Ressourcen durch die Fabrik verbraucht und sie beendete dann ihre Tätigkeiten. Nach dem Abschluss des Mergelabbaus fing das Becken, das aus Steinen bestand, sich mit Wasser auszufüllen. Trotz des Zeitablaufs schreitet dieser Prozess fort und der Wasserspiegel hebt sich immer noch an. Die Klarheit des Wassers verdankt das Becken der Struktur des Grundes und des Ufers. Die Jahren der Devastation drückten jedoch ihren Stempel auf, denn man findet jetzt auf dem Grund und in der ganzen Umgebung unermessliche Mengen von Müll. Dank den regelmäβigen Aufräumungsaktionen wird das Gelände um Piast immer sauberer und aus dem lokalen Ödland wurde eine ökologische Landfläche. In diesem Ort herrscht ein eigenartiges Mikroklima, man hört auch fast keinen Stadtlarm und das alles trotz der Lage in der Nähe von sehr belebten Straβen. Aus diesem Grund ist das Becken ein Refugialgebiet für Wasservögel – vor allem die flache Bucht in dem südlichen Teil, von manchen auch „Schilfgebiet” genannt.

Der Grund von dem „Piast” ist nicht flach, wie in dem Becken „Silesia”, sondern durch mehrere dutzend Meter lange Tale und felsige Mergelrücken geschnitten. Dank diesen werden die Sedimente während starken Winden nicht so fortgereiβt, wie es im Fall von „Silesia” ist. Die Folge dessen ist das klare Wasser. Der Boden ist gröβtenteils von den Unterwasserwiesen aus Armleuchteralgen bedeckt, was auch wichtig für die Behinderung der Erosion des Mergelbodens ist. Etwas tiefer, in einigen Schluchten in 11 Metern Tiefe, wo das Wasser sogar im Sommer ca. 12 Grad Celsius warm ist, ist der Grund von dem Untergetauchten Sternlebermoos bedeckt. Flachere Plätze sind von verschiedenen Laichkraut- und Tausendblattarten bewachsen. In den tiefsten, dunklen und kalten Orten in 12 Metern Tiefe, sind keine Pflanzen vorhanden und der Boden ist von den bunten organischen und nichtorganischen Sedimenten bedeckt. In dem alten Teil des damaligen Steinbruchs befindet sich ein versunkener Wald, der eine einzigartige Attraktion des Beckens ist.

In dem Gewässer leben viele Fischarten sowie der Kamberkrebs. Im Laufe des Tages bleiben die meisten Fische im Versteck oder flüchten schnell vor den Tauchern. Aus diesem Grund lohnt es sich, in dieser Zeit die flache Bucht, die besonders an sonnigen Tagen sehr belebt ist und mit Lichtreflexen bezaubert, zu besuchen. In dem Ort, an dem die Bucht an der Tiefe grenzt, sammeln sich Schwarme von tausenden kleinen Fischen. Wenn man lautlos, ohne zu atmen (der Atem-Apparat scheucht die Fische auf) taucht, kann man die sich aufwärmende Schleie und Rotfeder bewundern.

Um die groβen Raubfische anzusehen, lohnt es sich, in der Nacht zu tauchen. Nach der Dämmerung kommen die Hechte aus ihrem Versteck heraus und schweben, ohne sich zu bewegen, über die Unterwasserwiesen. Riesige, fast 40 cm lange Barsche verbringen die Nacht auf den Gipfeln der Unterwassererhebungen. Seltener kann man dort groβe Aale und Zander treffen.

Der Standort

Kamionka Piast befindet sich im Oppelner Zentrum, zwischen der Wapienna- und der 1. Mai-Straβe. Um den Piast herum führt ein angetretener Weg, dank dieser man den Steinbruch umgehen kann. Das ganze Gelände ist stark zugewachsen und erinnert an einem Dschungel.

Dalida Kierat